Die schönsten Haare aller Zeiten!

Bevor ihr euch über den übertriebenen Titel wundert, muss ich euch sagen, dass er gar nicht so abwegig ist.
Ich habe mit meinen Haaren schon ziemlich viel durch und somit etliche Erfahrungen sammeln können. Shampoos, Pflege, Spülung, Extensions, Dauerwelle, Platinblond, Feuerrot und und und. All das hat mir nur einen kurzen Moment der Zufriedenheit beschafft und ich war immer auf der Suche nach neuen Produkten die ich mir auf den Kopf klatschen kann.
Meine Haare waren nie so wie bei dem Model aus der Werbung – egal wie teuer das Shampoo war. Ich wählte irgendwann nach dem Duft des Produktes aus und wunderte mich natürlich warum ich nicht lange genug wie versprochen nach einer pummeligen Himbeere duftete die eine Vanille Schote geknutscht hat. Meine Haare waren nach 1-2 Tagen wieder waschbedürftig und ich unzufrieden. Die teuersten und auch die billigsten Produkte hielten nicht lange was sie versprochen hatten und ich schnupperte munter weiter an bunten Plastikflaschen, um mich für ein Produkt zu entscheiden – nicht der beste Weg.
Dass „das Mittel schlechthin“ aber in unserer Speisekammer steht und förmlich darauf wartet von mir getestet zu werden hab ich erst nich glauben wollen.

Bevor ich euch mehr dazu erzähle hole ich ein wenig aus, um euch meine derzeitige Frisur zu erklären.

Um auf Haare-spenden.de  aufmerksam zu machen, habe ich meine Haare auf 8 mm rasiert. Für mich war das gleichzeitig ein Neuanfang, den ich meinen Haare gönnen konnte um sie von Altlasten zu befreien. (Also wer das schon immer mal machen wollte – der richtige Zeitpunkt kommt eh nie und ihr könnt was Gutes damit tun! Wie wäre es mit jetzt?)

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Da immer wieder die Frage aufkommt, was Steve davon hält kann ich nur sagen „Er hat rasiert“ 😀

Nach diesem Schritt musste ich mein vorher gesammeltes Wissen umsetzen und habe angefangen auf Shampoo komplett zu verzichten.
Natürlich wäre es schon ein guter Schritt gewesen, auf Naturprodukte ohne Silikone und Gedöns umzusteigen aber ich mag es gern etwas radikaler.
In der Facebookgruppe „Leben ohne Shampoo“  fand ich noch mehr begeisterte Nutzer und mein persönliches, endkrasses Ergebnis seht ihr am Ende des Beitrags.

Es gibt verschiedene Möglichkeit um auf Shampoo zu verzichten. Und jeder für sich muss seine optimale Lösung finden. Für mich waren das hauptsächlich Sachen die ich tatsächlich auch essen könnte. Den Gedanken mag ich irgendwie – da meine Haut ja im Endeffekt auch „isst“ indem sie gewisse Dinge aufnimmt.
Und ich muss gestehen, als ich darauf aufmerksam wurde sagte ich zu Steve: „es gibt doch tatsächlich Menschen die waschen ihre Haare mit Mehl. Verrückt oder !?“
Tja, zu der Sorte Mensch zähle ich jetzt auch und möchte am liebsten gar nichts Anderes mehr nutzen!
Bei mir ist Roggenmehl das Zauberwort 🙂 (R O G G E NMEHL – ganz wichtig!)

Bevor ihr jetzt aber in die Küche stürmt und euch Mehl auf den Kopf donnert erzähle ich euch, wie ich es verwende.
Vorab ist es aber wichtig zu wissen, dass jeder von uns andere Haare hat mit verschiedenen Bedürfnissen. Meine zum Beispiel lieben die neue Methode.

Zu aller erst ist es sinnvoll und wichtig eine Tiefenreinigung zu machen.
Diese macht ihr am besten mit Backnatron

 

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hierzu möchte ich aus der Facebookgruppe „Leben ohne Shampoo“ zitieren, da ich es nicht besser sagen könnte 🙂 :

„1. FÜR HAARWÄSCHE GEEIGNET ist das Natron – oder Soda namens Speisenatron, Backsoda, Speisesoda oder bekannte Markennamen Kaisernatron & Bullrichsalz. Dieses ist VÖLLIG HARMLOS. Es findet KEINE VERWANDLUNG ZUM ÄTZNATRON bei heissem Wasser statt. Wäre es gefährlich, müsste es auf der Verpackung mit einem Gefahrensymbol versehen sein, was es nicht ist! Also das Natron aus der Backabteilung ist definitiv harmlos. INCI: Natriumhydrogencarbonat oder veraltet auch Natriumbicarbonat Chemische Formel NaHCO³ pH-Wert von 8,5. Der Grund, warum saure Rinse zwingend ist, um Haarschäden zu vermeiden. Denn unser Haar liebt es sauer zu sein, während das Natron basisch ist. Gefahrensymbol: keines Erhältlich: Backabteilungen, diverse Onlineshops sowie Apotheken
Wann ist Natron zu empfehlen?Solange noch chemische Altlasten im Haar sind, können Diese mit einer 2-3 fachen Prozedur bereinigt werden. Hierzu sollte man das „flüssige“ Natron hauptsächlich auf den Ansatz und die Kopfhaut geben. Solange massieren, bis es glitschig wird, danach 3-5 min einwirken lassen. Die Restlänge der Haare könnt Ihr entweder wie mit Rinse behandeln (drüber giessen) oder mit den Fingern sanft in die Längen ziehen. Die Natronpaste jedoch wird nur auf den Ansatz aufgetragen und dort auch verarbeitet. Zeitangaben als Richtwert wie beim Natronwasser weiter oben – noch besser schlichtweg nach Gefühl.
Eins SOLLTE Euch von Moment Eins klar sein – die Tiefenreinigung mit dem Natron, sprich die Befreiung des Haares von Silikonen & Co. wird Euch den wahren Zustand Eures Haares aufzeigen. Spliss, Nester, trockenes Haar, Knötchen, abbrechende Spitzen etc. sind keine Seltenheit und leider völlig üblich. Warum? Die Shampoos haben die Aufgabe unser Auge zufrieden zu stellen und uns wunderschönes Haar zu zeigen. Aussen hui, Innen pfui – sog ii… ;-)) Also nicht erschrecken, mit No Poo wird das besser und manchmal hilft leider wirklich nur ein Haarschnitt weiter. Kaputtes Haar ist kaputt und raubt dem gesunden Haar die Kraft.
WICHTIG: NACH DER NATRONWÄSCHE IMMER EINE RINSE NUTZEN!!!“Ich startete also mit einer Natronwäsche und mischte mir mit 3 EL Natron und etwas Wasser eine Paste an, die etwa die Konsistenz von Pfannkuchenteig hatte.
3_13_2Diese massierte ich in die Kopfhaut (bei einer Haarlänge von 8mm sind die Spitzen allerdings gleichzeitig der Ansatz).
Unter der Dusche tut ihr euch damit leichter, weil man so keine Sauerei macht.
Während ihr also euren Körper wascht, kann die Natronpaste einziehen.
Meine Haare wurden nur ganz leicht glitschig aber fühlten sich im Anschluss schon sehr viel sauberer an!

Wie im Zitat beschrieben seht ihr dadurch den wahren Zustand eurer Haare – meine wurden leicht Erdbeerblond. Ihr wisst schon – Kupferdächla.
Jetzt wäre die richtige Zeit für einen Haarschnitt z.B. bei Suxul.

Nach der Wäsche mache ich eine Rinse mit Apfelessig.
Ihr füllt 0,5 l Wasser in ein Glas und mischt 1-3 El Apfelessig dazu.

Diesen Vorgang wiederholte ich in der ersten Woche 3x und stieg dann direkt auf Roggenmehl um.

Vor jeder Haarwäsche massiere ich aber eine Ölmischung in meine Haare um sie zu pflegen und den Wachstum anzuregen.
In einem früheren Beitrag hatte ich euch ja schon über meine Erfahrung mit Koksöl berichtet.
Vom Prinzip her massiere ich noch genauso:

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(Achtung alte Bilder 😀 nicht irritieren lassen)
Ich verteile das Öl auf meinen Fingerspitzen, sodass sie bedeckt sind und massiere meine Kopfhaut bzw. den Haaransatz von vorne nach hinten und links nach rechts und wieder umgekehrt.
Das wiederhole ich nach Gefühl etwa 2-3 mal. Ich mag es nicht, wenn die Haare zu ölig sind und verwende daher bei jedem Massage-Durchgang nur so viel Öl, dass die Fingerspitzen bedeckt sind.
In dem alten Beitrag über Koksöl schwöre ich noch genau auf dieses (tu ich noch immer), inzwischen habe ich aber eine bessere Mischung für meinen Kopf gefunden.

In einem meiner liebsten Läden in Bayreuth (ihr kennt es aus früheren Beitragen) „Das Würzhaus“ werde ich immer wieder fündig und habe auch hier wieder geniale Produkte entdeckt, die ich euch gerne empfehle.
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Meine Ölmischung besteht aus:
1 EL Rizinusöl 
1 EL Kokosöl
1 EL Hanföl
nach Bedarf/Empfinden
1 Tropfen ätherisches Öl (Blutorange) 

Diese Mischung mag ich total gerne und verwende sie vor jeder Haarwäsche.
Den Rest, der nicht den Weg auf die Kopfhaut findet wird für meine Schwangerschaftsstreifen verwendet und zieht super ein.
Ich stimuliere mit der Massage auch die Haarwurzel und rege die Durchblutung an.
Das ätherische Öl habe ich mit dazu gepackt weil Steve angemerkt hatte, dass meine Haare irgendwie nach Haaren riechen. Eben nicht mehr nach pummeliger Himbeere.
Und das zwar eigentlich nichts schlimmes ist aber ich habe trotz alle dem das Bild einer Frau im Kopf habe die fruchtig, blumig oder eben irgendwie so riecht. Nur eben nicht nach Haar.
Das ist aber ein komplett persönliches Empfinden und dazu trägt auch der jahrelange Konsum von Duftstoffen bei. Ich kann euch aber sagen, dass euer Eigengeruch für euch angenehmer wird umso länger ihr ohne Shampoo lebt. Nicht dass ihr vorher gestunken hättet, aber man gewöhnt sich schon sehr an die pummelige Himbeere.
Wie riecht Haut eigentlich? Bestimmt nicht nach der Creme in der blauen Dose oder Früchten.
Und wie riechen Haare? Und überhaupt, wie rieche ich denn Bitteschön?
Nochmal eine ganz andere Sicht um sich selbst besser kennen zu lernen.

Bevor ich aber wieder abschweife, weiter zu meiner Haarroutine.

Das Öl lasse ich etwa 5-10 Minuten einwirken und manchmal auch über Nacht.
Länger mag ich das ölige Gefühl aber nicht auf der Kopfhaut.

Zum Waschen habe ich mir vor der Öl-Massage schon mein „Shampoo“ gemischt und es etwas quellen lassen.

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Hierfür nehme ich:
3-4 EL Roggenmehl (z.B. von Alnatura)
und etwas Wasser

Ich gebe so viel Wasser dazu, bis es teigähnlich ist aber eher etwas flüssiger.
Für längere Haare empfiehlt sich das Mehl vorher zu sieben oder eben sehr gut mit dem Wasser zu vermengen, sodass keine Klumpen mehr da sind.
Bei meinen Haaren haben Klumpen nie gestört.

 

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Eine walnussgroße Menge genügt bei meinen Haaren.
Diese schmiere ich mir genau wie Shampoo in die Haare und massiere sie ein. Der Unterschied ist eigentlich nur, dass es nicht schäumt.
Nach eine geringen Einwirkest wasche ich es wieder aus und wiederhole nach Lust und Laune noch einmal den Waschvorgang.
Kurz und schmerzlos eben.
Und super umkompliziert – genauso mag ich das.

Im Anschluss mache ich, wie vorher bei der Tiefreinigung, eine Rinse aus Wasser und einem Schluck Apfelessig.

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Hierfür nehme ich:
1 EL Apfelessen
0,5 L Wasser

Rinse? Wasn das?
Ganz einfach erklärt, spült ihr eure Haare damit durch – schüttet es euch über den Kopf/die Haare – und wascht es nicht mehr aus.
Der Geruch nach Fuß 😉 verschwindet sobald die Haare trocken sind.

Durch den Umstieg auf Roggenmehl hat meine Kopfhaut wohl gedacht, sie macht gerade einen krassen Entzug durch und hat ein wenig begonnen zu zicken.
Evtl. waren es aber auch die „neuen“ Haare die plötzlich dachten mit zu mir gehören zu können.
Ich hatte juckende Kopfhaut und auch ein paar neue Haare die an die Oberfläche wollten.
Das legte sich aber mit der Zeit wieder und jetzt sehe ich original aus wie ein Monchichi!
Viele, dicke Haare die es gar nicht erst einsehen sich mir zu fügen, sondern munter in alle Richtungen stehen und ne dicke Party schmeißen wenn ein Windzug kommt.

Da ich tatsächlich irgendwann einmal (bevor die Färberei los ging) Blond war sprühe ich mir nach der Rinse noch etwas Zitrone in die Haare und hoffe, dass sie gemeinsam mit der lieben Sonne den Blondton wieder hervor holt. Im Moment bin ich Mausblond und zwar Kirchenmausblond mit einem Rotstich – vielleicht war die Maus zu lange in der Sonne gelegen?!
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Das endkrasse Ergebnis des Ganzen:
Nach nichtmal 1,5 Monaten sind meine Haare von 8mm auf 3,5 cm gewachsen.
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Sie sind unglaublich dick und glänzen wie verrückt. Ich müsste sie gefühlt nur 1x in zwei Wochen waschen und bin mehr als zufrieden.

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Zur Pflege meiner etwas gereizten Kopfhaut habe ich im „Das Würzhaus“ noch ein paar Ringelblumenblüten geholt und sie mit heißem Wasser übergossen und über Nacht stehen lassen. Diesen „Tee“ habe ich dann in eine Sprühflasche gegeben und immer nach Bedarf auf die Kopfhaut gesprüht und massiert. Das hat mich zum einen vom Kratzen abgehalten und zum anderen die Heilung gefördert da Ringelblume ein hervorragendes Wundheilmittel ist.
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Im direkten Vergleich sieht man den Unterschied schon sehr!

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Meine Haare sind unglaublich stark und liegen zwar momentan nicht so wie ich mir das vorstelle aber machen einen tollen, gesunden Eindruck.

Es gibt natürlich ich viele andere Methoden. Zum Beispiel WO (Water only), wobei ihr nur mit Wasser wascht. Oder auch SO (Sebum only) bei dem ihr selbst auf Wasser verzichtet und den natürlich Film nutzt der sich über eure Haare legt. Das ist ein etwas längerer Prozess da die Kopfhaut übermäßig entfettet wurde durch Shampookonsum und erst wieder heraus finden muss wie viel eures Sebums benötigt wird.
Noch habe ich es nicht getestet, aber wer weiß was sich noch ergibt.

Außerdem gibt es auch Haarseifen die für diejenigen geeignet sind die sich nicht mit Mehl oder ähnlichem anfreunden können oder es nicht vertragen.
Anstelle von Mehl und Apfelessig kann man auch andere Dinge verwenden, wie zum Beispiel Lavaerde und Grüntee.
Im internet findet ihr tatsächlich schon viele tolle Infos!

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das aktuellste Bild: 😀
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Einige Mitglieder der Facebookgruppe „leben ohne Shampoo“ waren so nett und haben mir Bilder von sich zur Verfügung gestellt und die Ergebnisse sprechen für sich:

 

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Roggenmehl
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Roggenmehl, Eigelb, Kaffeesatz
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Haarseife
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Lavaerde und Leinsamen

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Gesundes und schönes Haar zu haben liegt in eurer Hand.
Und auch wenn mein Umfeld mich in letzter Zeit liebevoll damit aufgezogen hat und mir den „Rettet-Die-Welt“ Gedanken unterstellt haben ist es unglaublich wichtig daran zu denken, was ihr nicht nur euch mit der Chemiekeule antut sondern auch unserem Planeten.
Allein der Kunststoffmüll der entsteht ist niederschmetternd!
Etwas mehr Verantwortung für sich, seinen Körper und auch seine Umwelt zu übernehmen täte jedem von uns gut.

Hier noch ein interessanter Blog:

Leben ohne Kosmetik: Die hat nix drauf!

 

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. was es alles gibt…. unglaublich… aber Versuch macht klug 😉 LG

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